Sie ist dreifache Mutter, Musikerin, Songwriterin, Poetry Slammerin, Autorin und seit Mai neues Mitglied des Aschaffenburger Stadtrats. Am kommenden Wochenende steht Lateesha Halmen nicht nur für politische Themen ein, sondern auch auf der Bühne: Mit ihrer Band Koko Lore eröffnet sie am Freitag, 7. August, um 16 Uhr das KOMMZ im Nilkheimer Park.
Wer Lateesha Halmen begegnet, merkt schnell: Stillstand ist nicht ihr Ding. „Ich versuche irgendwie auf allen Bühnen zu tanzen“, sagt die sympathische 34-Jährige. Gemeint ist das durchaus wörtlich. Denn zwischen Familie, politischem Ehrenamt und kreativen Projekten bleibt ihr Alltag selten ruhig.
Seit Mai gehört Halmen dem Aschaffenburger Stadtrat an. Für Die Linke zog sie als politische Newcomerin ins Rathaus ein – und musste sich ihren Platz erst erarbeiten. „Ich bin noch Neuling in der Politik und vergleichsweise jung. Da hatte ich oft das Gefühl, nicht so richtig ernst genommen zu werden“, erzählt sie rückblickend über den Wahlkampf. Dennoch überwiegt für sie das Positive: Die Zusammenarbeit mit anderen Fraktionen funktioniere gut, insbesondere mit Grünen und SPD.
Von der Kulturszene in den Stadtrat: Lateesha Halmen engagiert sich für Aschaffenburg
Politik war für Halmen jedoch kein spontaner Einfall. Bereits vor ihrer Kandidatur engagierte sie sich im Kulturrat, einer Bürgerinitiative zur Stärkung des kulturellen Lebens in Aschaffenburg. Zudem war sie bei „Aschaffenburg ist bunt“ Mitglied des Organisationsteams der KOMMZ-Gruppe und bis zu ihrer Kandidatur deren Sprecherin. Ihr Antrieb ist dabei bis heute derselbe geblieben: „Ich will eine Stimme sein für die, die sonst nicht gehört werden.“
Soziale Themen im Fokus: Mehr Unterstützung für Familien und bessere Schulen
Entsprechend stehen soziale Themen ganz oben auf ihrer Agenda. Mehr öffentliche Toiletten, insbesondere für Familien mit kleinen Kindern, gehören zu den ersten Anliegen ihrer Fraktion. Auch die Situation an den Schulen beschäftigt die Mutter zweier Töchter. „Meine Tochter hatte teilweise Unterricht im Schulflur, weil die Klassenzimmer so heiß waren“, berichtet sie. Viele Schulgebäude seien den zunehmenden Hitzebelastungen nicht gewachsen.
Frauenrechte und Familienpolitik: Dafür setzt sich Lateesha Halmen in Aschaffenburg ein
Ein besonderes Augenmerk legt Halmen auf Frauen- und Familienthemen. Sie spricht sich für besser beleuchtete Wege, flexiblere Busangebote am Abend und mehr Aufklärung über Gewalt gegen Frauen aus. Auch das Thema Stillen in der Öffentlichkeit liegt ihr am Herzen. Die Initiative „#ichstillwoichwill“ begrüßt sie ausdrücklich: „Es ist die natürlichste Sache der Welt. Dass Frauen sich dafür schämen sollen, ist eine Frechheit.“
Dabei argumentiert Halmen selten ausschließlich politisch, sondern häufig aus persönlicher Erfahrung. Als Mutter weiß sie, wie schwierig es sein kann, eine saubere öffentliche Toilette zu finden. Außerdem bräuchten Alleinerziehende mehr Unterstützung – von bezahlbarem Wohnraum über günstigen Nahverkehr bis hin zu kultureller Teilhabe für Kinder.
Sozialfonds und Sozialsprechstunde: Die Linke will Menschen in Notlagen helfen
Neben der Arbeit im Stadtrat engagiert sich Lateesha von „Die Linke“ in Aschaffenburg derzeit im Aufbau einer Sozialsprechstunde und eines Sozialfonds vor Ort. Menschen in finanziellen Notlagen sollen dort unkompliziert Hilfe erhalten. „Wir können die Welt damit nicht retten, aber vielleicht ist zumindest der einen oder anderen Person geholfen“, sagt Halmen.
Musikerin, Poetry Slammerin und Autorin: Kunst ist Lateesha Halmens Lebenswerk
Trotz aller politischen Herausforderungen bleibt die Kunst der rote Faden ihres Lebens. Halmen ist seit Jahren fest in der Aschaffenburger Kulturszene verankert. Sie schreibt Songs und Texte, tritt als Poetry Slammerin auf, arbeitet als Komparsin und veröffentlichte einen Kinder- und Jugendroman, aus dem sie bis heute regelmäßig liest. „Mein Hauptbrot ist Kunst in allen Formen“, sagt sie über sich selbst.
Zwischen Rathaus und Bühne: Lateesha Halmen eröffnet das KOMMZ 2026 mit Koko Lore
So verwundert es kaum, dass sie sich selbst mit einem einzigen Wort beschreibt: „facettenreich“. Wie man in Aschaffenburg künftig wohl sagen kann: Lateesha Halmen ist längst mehr als nur ein neues Gesicht im Stadtrat. Sie ist eine Frau, die ihre Stimme erhebt – im Sitzungssaal ebenso wie auf der Bühne.
Am kommenden Wochenende kehrt sie dorthin zurück, wo sie sich ebenso zuhause fühlt wie im Rathaus: ins Rampenlicht. Mit ihrer Band Koko Lore eröffnet Lateesha Halmen am Freitag, 7. August, um 16 Uhr das KOMMZ im Nilkheimer Park – und verbindet damit einmal mehr die beiden Welten, die sie prägen: Kultur und Politik.
Mehr Infos über Lateesha Halmen: https://www.lateesha-halmen.de/
Musik hören: https://www.youtube.com/@LateeshaHalmen
Foto: „Facettenreich“ – so beschreibt sich Lateesha Halmen selbst. Die Musikerin, Autorin und Stadträtin stand im vergangenen Jahr bei einem Konzert im Colos-Saal auf der Bühne.
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