Marina kennt beide Welten: die der globalen Unternehmensberatung – und die oft chaotische, überfordernde Realität junger Eltern. Viele Jahre war sie unterwegs auf allen Kontinenten, Montag bis Freitag im Flieger, am Wochenende zu Hause. „Mit Kindern hätte ich das nicht gewollt“, sagt sie heute rückblickend. Heute coacht sie Menschen, die vor genau solchen Wendepunkten stehen: berufliche Veränderung, Elternschaft oder neurodivergenten Herausforderungen. Es sind die Schnittstellen, an denen Lebensentwürfe ins Wanken geraten, wo Vereinbarkeit zur Zerreißprobe wird und klassische Lösungen oft nicht mehr greifen. „Ich helfe meinen Kundinnen, ihre Ziele zu erkennen und zu erreichen – privat und beruflich. Und sich dem zu stellen, was ihnen dabei begegnet. Um mit Sicherheit zu wissen: ich bin richtig unterwegs.“Ihr Fokus liegt nicht auf Perfektion oder Optimierung. Vielmehr geht es um echte Lösungen – für Situationen, in denen es scheinbar keine gibt. So brachte es eine Klientin einmal auf den Punkt: „Marina, du bringst Lösungen für alle Themen, wo es scheinbar keine gibt. Das ist deine Stärke.“
Vereinbarkeit neu denken
Was sie antreibt, ist das große Thema Vereinbarkeit. Ein Wort, das für viele Eltern vor allem Stress und Schuldgefühle bedeutet. Für Marina braucht es hier ein radikales Umdenken: „Ich kenne viele Kinder, die den ganzen Tag in der Betreuung nicht gut aushalten. Sie sind sensibel, feinfühlig. Deswegen kann die Vereinbarkeits-Lösung doch nicht immer nur heißen: Mehr Betreuung! Längere Betreuung! Ich sage nicht, dass Betreuung schlecht ist. Es gibt Kinder, die fühlen sich pudelwohl. Und andere eben nicht.“ Damit Eltern und Mütter dadurch nicht an der Vereinbarkeit zerreißen, sagt Marina, dass die Lösungen zur Familie passen müssen, auch zu den Kindern. Gleichzeitig betont sie, wie wichtig berufliche Erfüllung – gerade für Mütter – ist: „Eine gelangweilte, demotivierte Mutter zuhause, die später in Altersarmut verfällt und unzufrieden mit ihrem Leben ist, ist den Kindern häufig emotional keine gute Stütze. Es geht darum, Wege zu finden, die zur Familie passen.“ Marinas Arbeit zielt deswegen nicht auf das perfekte Zeitmanagement oder die „Work-Life-Balance“. Sie spricht lieber über Sinn, über Haltung, über Vision. „Arbeiten kann Spaß machen. Es kann eine Berufung sein. Und es ist wichtig, dass wir unseren Kindern genau das vorleben.“
Selbstständigkeit wagen
Marina war früher Expertin für Kostensenkungsstrategien – „ein Bereich, in dem ich richtig gut war und eingesetzt wurde, mich aber nicht unbedingt wohlgefühlt habe.“ Ihr Wechsel zur Selbstständigkeit war kein Sprung ins Unbekannte, sondern ein sorgfältiger inhaltlicher Feinschliff: „Ich habe schon immer Kolleginnen auf ihrem Werdegang begleitet, Führungskräfte gecoacht. Der Unterschied heute ist: Ich kann entscheiden, wen ich bei welchen Themen unterstütze und wie ich meinen Tag gestalte. Das passt für mich und meine Familie.“ Doch sie ist keine Verfechterin der Selbstständigkeit um jeden Preis. Im Gegenteil: „Du musst wissen, worauf du dich einlässt. Keine gesetzliche Rente, keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, kein Anspruch auf Urlaubstage.“ Marina kennt die Risiken und benennt sie alle – gerade auch gegenüber ihren Klientinnen. „Wenn ein Kind krank ist, ist fast automatisch der Selbstständige derjenige, der einspringt. Der aber gleichzeitig keinen Anspruch auf Kinderkranktage hat. Das kann auch nach hinten losgehen. Deshalb braucht es eine klare Absprache, wie man das regelt.
„Die Selbstständigkeit ist eine Riesenchance, aber nicht die Lösung für alles.“ Für viele sei die Anstellung sicherer. Und gerade dann will sie Eltern – oft sind es die Mütter – ermutigen, ihre Karriere nicht aufzugeben. „Wir brauchen diese Vorbilder. Und zwar nicht nur unter Selbstständigen. Auch in Unternehmen.“ Denn wer sind diejenigen, die mitentscheiden, die Strukturen schaffen? Damit sich für Eltern etwas verändert, müssen Eltern und Mütter mitreden und auch in der Führung vertreten sein.
Die richtige Zeit? Jetzt.
Deshalb ermutigt sie ihre Klientinnen, in der Elternzeit nicht nur innezuhalten, sondern nach vorne zu blicken: „Du musst wissen, was du willst. Nur so hast du eine Chance das auch zu erreichen. Ohne Ziel kommst du irgendwo an.“ Es gehe darum, das System neu zu denken. Und vor allem darum, Frauen zu zeigen, dass beruflicher Erfolg mit Kindern möglich ist. Nicht trotz, sondern mit ihnen. Denn darum geht es am Ende: nicht um Perfektion, sondern um Klarheit. Nicht um Kontrolle, sondern um Richtung. Und um das Gefühl: Ich bin richtig unterwegs.
Zur Person
Marina Bernardo ist Coach. Für Eltern. Für Führungskräfte. Für Menschen, die sich neu orientieren wollen. Und für all jene, die das Gefühl haben, zwischen Kindergartenschluss und Projektabgabe zu verschwinden. Ihre Spezialität? Themen, bei denen andere sagen: „Da kann man nichts machen.“ Nach vielen Jahren in der internationalen Unternehmensberatung machte sie sich selbstständig – auch, um Beruf und Familie besser miteinander verbinden zu können. Heute begleitet sie vor allem Frauen dabei, ihre eigenen beruflichen Wege zu finden. Für ihr zukunftsorientiertes, engagiertes Unternehmenskonzept wurde Coachiba von diind – Deutsches Innovationsinstitut als „Unternehmen der Zukunft“ ausgezeichnet.
Warum Marina Bernardo ein starkes Frauenvorbild ist
Marina zeigt, dass Klarheit, Mut und echtes Verantwortungsbewusstsein Familien und Karrierewege nachhaltig verändern können. Sie steht für:
- Female Empowerment in Beruf & Elternschaft
- Neue Perspektiven auf Vereinbarkeit statt alter Kompromisse
- Mut, traditionelle Strukturen zu hinterfragen und neu zu denken
- Stärkung von Frauen in beruflichen Entscheidungsprozessen
- Authentische Lösungen für komplexe Lebenssituationen
- Selbstbestimmung, Sinnorientierung und berufliche Erfüllung
Damit verkörpert sie eine neue Generation von Frauen, die ihre Realität aktiv gestalten – mutig, selbstbestimmt und voller Gestaltungskraft.