Am Freitag und Samstag, den 30. und 31. Januar, fand eine Frauenfachtagung von kifas statt. Schon der Titel machte neugierig: „Brot und Rosen – und noch mehr?“ Zwei Tage lang ging es um Frauenrechte, Gleichberechtigung, politische Teilhabe und darum, wie wir heute und in Zukunft darüber sprechen wollen.
Ankommen, durchatmen, austauschen
Nach der Ankunft wurden wir herzlich von Susanne Nock, Geschäftsführerin von kifas, begrüßt. Für das leibliche Wohl war mit Kaffee und Kuchen gesorgt – und natürlich durften auch Rosen nicht fehlen, als Symbol für das Schöne und Wertvolle im Leben von Frauen.
Zum Einstieg wählten wir ein Zitat von ausliegenden Karten und mehrere Emojis, die unsere Stimmung beim Ankommen widerspiegelten. Eine schöne, lockere Art, miteinander ins Gespräch zu kommen.
Frauenrechte damals und heute
Der erste Vortrag kam von Prof. Dr. Neri-Ultsch und stand unter dem Titel „Kampf um Frauenwahlrechte und Gleichberechtigung“. Sie zeigte eindrücklich, was Frauen sich im Laufe der Geschichte erkämpfen mussten – und machte deutlich, dass viele Errungenschaften keineswegs selbstverständlich sind.
Passend dazu schauten wir einen Filmausschnitt aus „Die Unbeugsamen“ – ein absoluter Filmtipp, der viele von uns nachdenklich zurückließ.
In der anschließenden Reflexionsrunde hielten wir fest, was uns besonders bewegt hatte. Unsere Gedanken schrieben wir auf Karten und hefteten sie an eine Pinnwand – sichtbar für alle.
Einblick in die Verbandsarbeit
Zum Abschluss des ersten Tages stellte Sarah Prenger, Vorsitzende der KAB Deutschlands, die Arbeit auf Bundesebene vor. Thematisiert wurden unter anderem:
- eine Einladung zum Online-Vortrag „Warum Altersarmut kein Zufall ist“ am 15. April 2026 (die Einladung folgt über den KAB-Newsletter),
- der Wunsch nach einer Kooperation mit dem Deutschen Frauenrat,
- eine einheitliche Kampagne zum Weltfrauentag am 8. März,
- sowie die Bitte um Teilnahme am Bundesausschuss der KAB.
Am Abend schauten wir gemeinsam den Film „Die göttliche Ordnung“, der für viele Gespräche und Diskussionen sorgte.
Neue Gedanken am zweiten Tag
Der Samstag begann nach dem Frühstück mit einem Brainstorming am Flipchart. In drei Spalten – gestern, über Nacht, heute wichtig – sammelten wir Gedanken und Ideen, die uns seit dem Vortag beschäftigt hatten.
Schon jetzt gab es auch eine Einladung für die nächste Frauenfachtagung:
📍 Regensburg, 19. und 20. Februar 2027,
Thema: „Für Frauen ist das kein Problem“.
Politik, Teilhabe und klare Haltung
In einem weiteren Vortrag sprach Prof. Dr. Neri-Ultsch über die ehemalige bayerische Landtagspolitikerin Barbara Stamm. Danach ging es um Frauen und politische Teilhabe in der Bundesrepublik Deutschland – ein Thema, das viele aktuelle Bezüge hat.
Den letzten Impuls gab Ina Bayer von Lola für Demokratie und der antifeministischen Meldestelle. Ihr Vortrag „Antifeminismus bekämpfen“ zeigte auf, wie wichtig Aufklärung und klare Positionen sind.
Gemeinsam argumentieren – statt spalten
Besonders wertvoll war die abschließende Gruppenarbeit. Unsere Aufgabe: Wie können wir dem Argument rechtsextremer Gruppierungen im Wahlkampf begegnen, dass Feminismus die Gesellschaft spalte und die traditionelle Familie gefährde?
Unsere gemeinsame Strategie: das Gespräch suchen – etwa an Infoständen. Dabei waren uns folgende Punkte wichtig:
- Ängste und Befürchtungen von Bürgerinnen und Bürgern ernst nehmen
- über eigene und fremde Biografien ins Gespräch kommen
- persönliche Erfahrungen teilen, z.B. mit gleichgeschlechtlichen Paaren im Freundeskreis
- über gemeinsame Werte sprechen, die verbinden – etwa Freiheit
- betonen, dass Partnerschaft auf Augenhöhe wichtig ist
- klar machen, dass es nicht das eine Familienmodell gibt
- deutlich sagen: Alle Menschen sind gleich viel wert
Wir wollen das Vorurteil entkräften, Feministinnen würden Ehe oder Familie abwerten. Feminismus und Familie stehen nicht im Widerspruch. Es geht um Gleichberechtigung – auch mit Blick auf die Realität, dass ein Einkommen heute oft nicht mehr ausreicht und Erwerbstätigkeit von Frauen häufig notwendig ist.
Ein starkes Zeichen
Als Erinnerung an diese intensive Tagung gibt es ein Gruppenbild, aufgenommen im Tagungszentrum Kloster Joseph in der Oberpfalz. Zwei Tage voller Austausch, Inspiration und klarer Haltung – ganz im Sinne von Brot und Rosen … und noch mehr. 🌹